Fundierte Methoden interdisziplinär weiterentwickelt

Mit Sicherheit auf dem richtigen Weg

Für den Mehr.Wert-Standard haben Wissenschaftler:innen und Expert:innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen gemeinsam einen Weg entwickelt, der die Bedarfe und Logiken von Ökonomie und Ökologie in Einklang bringt – fundiert und praxistauglich zugleich. Erfahren Sie hier mehr über die einzelnen Methoden.

Alle Methoden im Überblick

Die Grafik zeigt den Mehr.Wert-Prozess mit Fokus auf die integrierten Methoden
  • CEC-Methode
  • Ökobilanz
  • Umweltkosten
  • Umweltwert
  • Renaturierung

Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Fachrichtungen von der Technischen Universität Berlin und der Technischen Universität Braunschweig sowie Ökologie-Expert:innen von GREENZERO entwickelten gemeinsam die „Circular Ecosystem Compensation“ (CEC)-Methode.
Sie ist die Grundlage des Mehr.Wert-Standard und vereint verschiedene wissenschaftlich etablierte Methoden zu einem interdisziplinären, ganzheitlichen Vorgehen, mit dem Ökologie und Ökonomie auf einen Nenner kommen. So können Unternehmen, Städte und Gemeinden ihre Umweltauswirkungen auf Basis einer normierten und international anerkannten Ökobilanz analysieren sowie reduzieren und über gleichermaßen anerkannte Monetarisierungsmethoden Umweltauswirkungen und Renaturierungsleistungen verursachungsgerechter kompensieren.
Federführend waren bei dieser Entwicklung Prof. Matthias Finkbeiner von der TU Berlin und Prof. Heinz Ahn von der TU Braunschweig.

> Mehr über den CEC-Ansatz

Wirksamer Umweltschutz beginnt mit der Ökobilanzierung. Denn damit wird es möglich, über den Klimawandel hinaus, weitere Umweltauswirkungen entlang des gesamten Lebenszyklus sichtbar zu machen, Reduktionspotenziale zu identifizieren und Reduktionsmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

Gemäß Mehr.Wert-Standard sind folgende Methoden zur Ökobilanzierung erforderlich:

Rahmenbedingungen für die Durchführung von Ökobilanzen / Life Cycle Assessments (LCA):

Produkte & Dienstleistungen (PLCA) > ISO 14040/44

Organisationen (OLCA) > ISO/TS 14072

Städte und Gemeinden (City LCA) > GHG Protocol + ISO 14040/44 + GHG Emissions Reporting for Cities

ReCiPe 2016 (H) als Wirkungsabschätzungsmethode:

Nach Mehr.Wert-Standard wird die Wirkungsabschätzungsmethode ReCiPe 2016 (H) verwendet, bei der 18 Umweltwirkungskategorien unterschieden werden.

> Mehr über Ökobilanzen und ihre Potenziale

Wir berechnen die Umweltkosten anhand des „Environmental Prices Handbook” des niederländischen Forschungs- und Beratungsunternehmens CE Delft. Berechnungsgrundlage der Umweltkosten sind derzeit die acht robust monetarisierbaren Umweltwirkungskategorien Klimawandel, Versauerung, Süßwasser- und Meerwasser-Eutrophierung, Sommersmog, Abbau der Ozonschicht, Land- und Wassernutzung.

Perspektivisch wird der Mehr.Wert-Standard um weitere Kategorien ergänzt, sobald sie valide berechnet sowie methodisch angewendet werden können.

Die Kostensätze (rechts) basieren auf dem 2023 veröffentlichten Environmental Prices Handbook von CE Delft

> Mehr zur Berechnung der Umweltkosten

Die Grafik zeigt die aktuellen Umweltkostensätze nach CE Delft

Die Berechnungsmethode für den Umweltwert ist „inputorientiert“ konzipiert. Das bedeutet, dass alle Aufwände, die getätigt werden, um eine degradierte Fläche naturschutzfachlich zu renaturieren, in Summe den Umweltwert ergeben.

Die dahinterliegende Formel entwickelten Prof. Dr. Heinz Ahn, Institutsleiter für Controlling & Unternehmensrechnung an der Technischen Universität Braunschweig, und sein Team. Grundvoraussetzung, um Umweltwert schaffen zu können, ist, die Richtlinien für die ökologische Aufwertung einzuhalten (siehe Renaturierung).

Flankiert wird die inputorientierte Umweltwertberechnung durch regelmäßig durchgeführte Monitorings, die den Renaturierungs- bzw. Biodiversitätsgrad der Flächen dokumentieren.

> Mehr über den Umweltwert

Um zu gewährleisten, dass alle, die Renaturierung nach Mehr.Wert-Standard leisten und so Umweltwert schaffen, gemäß des hohen Mehr.Wert-Anspruchs vorgehen, haben wir in Zusammenarbeit mit den Ökolog:innen von GREENZERO den Standard für ökologische Aufwertung (SÖA) entwickelt. Darin sind alle Anforderungen an die Renaturierung festgehalten. Im dazugehörigen Kriterienkatalog finden sich 18 Vorgaben samt Nachweisanforderungen, die für die Umweltwertschaffung einzuhalten sind.

Wir von Mehr.Wert wollen den Naturschutz in die Mitte der Gesellschaft bringen und wirtschaftlich attraktiv machen. Dafür bieten wir ergänzend zum Standard für ökologische Aufwertung Grundlagenkonzepte, die erläutern, wie auf landwirtschaftlichen Flächen, im städtischen Raum oder auf Waldflächen Umweltwert geschaffen werden kann.

Die Prinzipien und das Vorgehen im SÖA basieren auf naturschutzfachlichen Praktiken, die auch im Bundesnaturschutzgesetz vorgesehen sind.

> Mehr über die Renaturierung nach Mehr.Wert-Standard

Hier geht’s zur aktuellen Version des Mehr.Wert-Standard