ReCiPe 2016 (H) ist ein Werkzeug, um Umweltschäden messbar und vergleichbar zu machen. Mit dieser standardisierten Methode kann man berechnen, wie stark ein Produkt, ein Prozess oder eine Dienstleistung die Umwelt belastet. Sie wird sehr oft in Ökobilanzen (auch Life Cycle Assessment (LCA) oder Lebenszyklusanalyse) benutzt.
Sie liefert sowohl detaillierte (Midpoint) als auch aggregierte (Endpoint) Ergebnisse. Die Mitpoint Ebene betrachtet Ursache und Auswirkung auf einem Detailgrad von 18 Wirkungskategorien. Diese sind beispielsweise Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung, Wasser- oder Landnutzung. Mit diesen Informationen können zum Beispiel Produkte zielgenauer optimiert werden, da Verbesserungen konkret sichtbar werden, aber auch Problemverschiebungen (Verbesserung in einer Wirkungskategorie vs. Verschlechterung in einer anderen).
Die „aggregierten Midpoint-Ergebnisse“ sind Schadenskategorien. Sie zeigen den realen Schaden der verschiedenen Umweltauswirkungen, bezogen auf Mensch und Natur. Es gibt drei Kategorien:
Menschliche Gesundheit (z. B. Krankheitslast in DALY)
Ökosystemqualität (z. B. Verlust an Biodiversität)
Ressourcenverfügbarkeit (z. B. erhöhte Kosten zukünftiger Rohstoffgewinnung).
Jede Wirkungsabschätzungsmethode basiert auf Annahmen. ReCiPe 2016 bietet drei sogenannte „kulturelle Perspektiven“. Diese unterscheiden sich dadurch, wie vorsichtig oder zukunftsorientiert die Modellannahmen sind. Das „H“ in der Bezeichnung ReCiPe 2016 (H) bedeutet, dass die „H“-Perspektive zur Bewertung des Schadens verwendet wird. Das ist die mittlere, am häufigsten genutzte Annahmebasis und wird als wissenschaftlicher Konsens definiert.