Damit alle Verantwortung für ihre Umweltauswirkungen übernehmen

Wir geben der Umwelt einen Wert

Unser aller Handeln hat Auswirkungen auf die Umwelt, die weit über den Klimawandel hinausgehen. Schon heute entstehen dadurch enorme Kosten, die nicht von den Verursachenden getragen, sondern vergesellschaftet werden. Unser zentraler Ansatz ist es, Umweltauswirkungen und Wiedergutmachungsleistungen wissenschaftlich fundiert zu monetarisieren, damit Unternehmen, Städte und Gemeinden ihr wahres Umweltwirken sichtbar machen, verbessern, internalisieren und bilanzieren können.

Mehr.Wert-Ansatz

Umweltschutz wird Wirtschaftslogik

Die Idee, die dem Mehr.Wert-Standard zugrunde liegt, ist an sich einfach: Wenn Produkte und Dienstleistungen die Umweltschäden, die sie verursachen, im Preis inkludierten, dann entstünde automatisch ein umweltschonender Markt. Denn dann wären nachhaltig hergestellte Produkte in Summe günstiger. Investitionen in die Entwicklung zukunftsfähiger Verfahren würden attraktiver – ein Nachhaltigkeitswettbewerb entstünde.

Wenn nun diese Umweltkosten auch noch genutzt würden, um dem verursachten Schaden eine Wiedergutmachungsleistung in Form von Renaturierung entgegenzustellen, dann – so die Grundidee – könnten wir alle innerhalb der planetaren Grenzen wirtschaften und leben.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie vom „Könnten“ zum „Machen“ kommen.

Der Weg zur ausgewogenen Umweltbilanz

So entsteht Mehr.Wert

  • Umweltauswirkungen ganzheitlich reduzieren
  • Umweltkosten internalisieren
  • Verursachungsgerecht ausgleichen
  • Ökosysteme renaturieren
  • Umweltwert schaffen
  • Vorgehen normieren und etablieren

Umweltauswirkungen ganzheitlich reduzieren

Von Klima- zu Umweltschutz; entlang des ganzen Lebenszyklus

Unser Denken und Handeln muss weit über den Klimaschutz hinausgehen. Ganzheitlichkeit ist das Gebot der Stunde: Das bedeutet, möglichst alle Umweltauswirkungen werden entlang des gesamten Lebenszyklus von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen betrachtet und zusammenhängend optimiert. Nur so können Reduktionsmaßnahmen ihr volles Potenzial entfalten und das sogenannte „Burden Shifting“ vermeiden.

Mit „Burden Shifting“ wird das Verschieben von Umweltschäden von einer Umweltwirkungskategorie in eine andere bezeichnet. Optimiert man beispielsweise ein Produkt mit dem alleinigen Fokus auf die Reduktion klimaschädlicher Emissionen, kann ein Effekt entstehen, der zu mehr Bodenversauerung oder Wasserverbrauch führt.

Eine ganzheitliche Betrachtung mittels Ökobilanz nach ISO-Norm hilft, Produkte, Dienstleistungen und Prozesse zielführend zu optimieren und so möglichst auf allen Ebenen Verbesserung zu bewirken.

Mehr über die Ökobilanz nach Mehr.Wert-Standard
Die Grafik zeigt, alle Wirkungskategorien, die für die Berechnung der Umweltkosten analysiert werden

Umweltkosten internalisieren

True Costs als Katalysator zukunftsfähigen Wirtschaftens

Würde jedes Produkt und jede Dienstleistung die Kosten für verursachte Umweltschäden und deren Wiedergutmachung (Umweltkosten) einpreisen, wären nachhaltige Produkte ein Bestseller – denn sie wären in der Regel günstiger.

Mit dem Mehr.Wert-Standard wird das möglich: Umweltauswirkungen, die nicht weiter reduziert werden können, werden in den acht Umweltwirkungskategorien Klimawandel, Versauerung, Süßwasser- und Meerwasser-Eutrophierung, Sommersmog, Ozonabbau sowie Land- und Wassernutzung in sogenannte Umweltkosten umgerechnet.

Diese Umweltkosten können sodann eingepreist, bilanziert und durch die Investition in Renaturierung ausgeglichen werden.

Für die Umrechnung nutzen wir den Methodenstandard der CE Delft, einem niederländischen Forschungs- und Beratungsunternehmen.

Mit der Umrechnung von Umweltauswirkungen in Umweltkosten und deren Internalisierung entstehen umweltreale Preise, die allen – von den Konsument:innen bis hin zu CEOs oder Bürgermeister:innen – die Möglichkeit geben, einfach umweltschonende Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für die eigenen Umweltauswirkungen zu übernehmen.

Unser Ziel: Eine breite Internalisierung von Umweltkosten, um langfristig faire Wettbewerbsbedingungen zu fördern sowie unterschiedliche Zielgruppen für umweltreale Kosten zu sensibilisieren.

> Was sind Umweltwirkungskategorien?

Mehr über die Berechnung der Umweltkosten Was sind Umweltwirkungskategorien?

Verursachungsgerecht ausgleichen

Schaden und Aufwertung auf einen Nenner bringen

 

Bei der verursachungsgerechten Kompensation von Umweltauswirkungen steht man grundsätzlich vor der Herausforderung, unterschiedliche Systeme valide vergleichbar zu machen. Es ist zwar möglich, mittels Ökobilanz die Auswirkungen eines Produktes in verschiedenen Umweltwirkungskategorien genau zu bestimmen. Diese können aber nicht in gleichem Maße in der Natur ausgeglichen werden. So funktioniert die Natur nicht.

Was also tun? Die Verursachungs- und Widergutmachungsseite als zwei Systeme in ihrer Unterschiedlichkeit anerkennen und die Vergleichbarkeit auf einer anderen Ebene herstellen: der monetären.

Auf der Wiedergutmachungsseite haben wir hierfür mit Wissenschaftlern der TU Braunschweig die Monetarisierungsmethode des Umweltwerts entwickelt. Die Methode basiert auf einem Input-orientierten Ansatz. Das bedeutet, der Umweltwert umfasst alle Aufwände, die geleistet werden müssen, um degradierte Ökosysteme naturschutzfachlich zu renaturieren. All diese Leistungen werden heruntergerechnet auf einen Euro, der dann genutzt werden kann, um einen Euro Umweltkosten auszugleichen. So werden wir den Bedarfen der verschiedenen Systeme gerecht und schaffen die derzeit verursachungsgerechteste Kompensation.

Mehr über den Umweltwert
Bild zeigt zur Hälfte einen beschädigten und zur anderen Hälfte einen gesunden Wald und steht symbolisch für das Zusammenbringen von Umweltschäden und Wiedergutmachungsleistung

Ökosysteme renaturieren

Resilienz durch Biodiversität fördern

Die Wiederherstellung beschädigter Ökosysteme und deren Leistungen für Gesellschaft und Wirtschaft ist unabdingbar für die Minderung von – und Anpassung an – Umweltveränderungen. Der Mehr.Wert-Ansatz basiert auch hier auf dem Prinzip der Ganzheitlichkeit, mit dem Ziel, standortspezifisch Biodiversität zu fördern. Biodiversität meint hier nicht nur die Vielfalt der Tierarten, sondern zum Beispiel auch der Pflanzen. Denn gerade der Klimawandel vergegenwärtigt uns, wie wichtig eine vielfältige und dadurch resilientere Natur für die menschliche Lebensgrundlage ist. Das klimabedingte Fichtensterben ist ein eindrückliches Beispiel dafür.

Im Substandard für ökologische Aufwertung ist detailliert beschrieben, welche Vorgehen und Maßnahmen erforderlich sind, um gemäß Mehr.Wert-Standard Umweltwert generieren zu können.

Mehr über die Renaturierung nach Mehr.Wert-Standard
Fotografie: Waldlandschaft im Herbst, mit Wasserfall

Umweltwert schaffen

Naturschutz, der sich wirtschaftlich lohnt

Mit dem Umweltwert wird Naturschutz in die Wirtschaftslogik integriert. Denn kombiniert mit dem Standard für ökologische Aufwertung schafft der Umweltwert einen finanziellen Anreiz für Städte, Landwirte, Unternehmen oder Förster, degradierte Ökosysteme wiederherzustellen, auf regenerative Praktiken umzusteigen oder Städte in grüne Oasen zu verwandeln.

Grundlagenkonzept zur Umweltwertproduktion auf Landwirtschaftsflächen Wie Städte durch Renaturierung Umweltwert schaffen
Landschaftsaufnahme

Vorgehen normieren und etablieren

Ein Standard, für alle gleich

Mit dem zertifizierten Mehr.Wert-Standard, dem in 2026 kommenden Umwelt Mehr.Wert-Siegel und unseren Bildungs- und Lobbyaktivitäten etablieren wir den Mehr.Wert-Ansatz über Branchengrenzen hinweg und sorgen dafür, dass alle Interessengruppen befähigt und überzeugt werden, entlang gleicher Maßstäbe zielführend nachhaltig zu handeln.
Mehr.Wert-Standard einsehen

Transformation gelingt, wenn es sich für alle lohnt. Dafür steht der Mehr.Wert-Ansatz